Leben – von ganzem Herzen

Ein Bericht von Hannelore Illgen

Ankommen und eintauchen...

Durch den Geist Gottes motiviert, reagierten die Teilnehmerinnen gleich am ersten Abend auf die angebotenen Segnungsstationen, noch ehe die Hauptreferentin, Elke Werner vom Christus-Treff Marburg, ab Freitag Vormittag mit ihren tief gehenden Predigten begonnen hatte. Die Frauen standen Schlange, um Sorgen und Nöte aufzuschreiben und sie im Glauben in eine der Jerusalemer Klagemauer nachempfundenen Kartonmauer oder die Sorgenbox zu stecken. Durch den gut gefüllten Saal des SeeParks Kichheim hallten Hammerschläge, weil einige Frauen beschlossen hatten, in ihrem Leben „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Manche empfing kniend vor dem Kreuz, umhüllt von einem „Kleid der Gerechtigkeit“, neu die Gewissheit des Heils. Die rund 15 verschiedenen Möglichkeiten, an bestimmten „Stationen“ gesegnet zu werden, Gebet zu empfanden, dem persönlichen Glauben, auch für Heilung, Ausdruck zu verleihen, Sünden zu bekennen, Gottes Wort zugesprochen zu bekommen, wurden rege genutzt.

Dein Leben ist ein Geschenk

Insgesamt gingen die aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmerinnen jeden Alters gern auf die Angebote der Bundesfrauentagung ein. Die drei Gottesdienste mit Elke Werner über „Leben von ganzem Herzen“ berührten die Herzen tief. Nicht nur, weil die Referentin viele Beispiele aus ihrem persönlichen Leben, auch aus ihrer schweren Erkrankung, gebrauchte. Letztlich war es der Geist Gottes, der dadurch bei vielen der Teilnehmerinnen Vergebungsbereitschaft und anderes mehr auslöste. Direkt vor Ort konnten Frauen als Ausdruck ihrer Bereitschaft, insbesondere auch auf Familienangehörige mit Vergebungsbereitschaft zuzugehen, eine „Herzkarte“ mit dem Aufdruck „Dein Leben ist ein Geschenk“ an eine Person schicken, der man dies gern mitteilen wollte.

Geistbewegte Angebote

Zum Segen der Konferenz gehörten auch das facettenreiche und geistbewegte Konzert von Andrea Adams-Frey mit ihrem Mann Albert Frey am Samstag Abend (Kommentar der Profi-Band: „Wir beantragen, nur noch für Frauen spielen zu dürfen...“), die zwölf Seminare zu verschiedenen Themen, darunter der Bereich „Das liebe Geld“, der „Heilige Geist und du“ (einige Frauen erlebten die Taufe im Heiligen Geist direkt vor Ort), „Entdecke deine Schönheit“, „Prophetisch reden“, „Gott liebt Mütter“ und weitere für Frauen relevante Themen. Ausgebucht war der Workshop „Inspiriertes Malen“, auf großes Interesse trafen „Lobpreis mit Flaggen“ und auch die Wellness-Angebote.
Die morgendlichen Gebetszeiten mit einer größeren Gruppe legten die Grundlage für die geistliche Ausrichtung des Tages. Und durch das exzellente (Frauen-)Lobpreisteam unter der Leitung von Bettina von Bracken machte sich die Freude Gottes an seinen Töchtern in den Gottesdiensten breit, mit Singen – auch in „Zungen“ –, mit Klatschen, Tanzen und Jubeln, durch eine mitreißende Einlage der Profi-Schlagzeugerin.

Persönlicher Rückblick

Christine aus München reflektiert rückblickend: „Was ich persönlich von der Tagung mitgenommen habe? Auf jeden Fall einen prall gefüllten Koffer mit ERmutigung, ERfrischung, ERholung, ERbauung im geistlichem Leben, interessanten ERlebnissen mit Gott und nicht zu vergessen mit einem süßen Nachgeschmack intensiver Gemeinschaft. Voller Genuss packe ich nun meinen Koffer aus und versuche, die Mitbringsel mit in meinen Alltag zu nehmen. Hatte ich mir jemals Gedanken gemacht, ob mein Leben ein Geschenk ist? Sehe ich mich wirklich als ein Geschenk, z. B. für meinen leiblichen Bruder? Der Gedanke von Elke Werner ‚Ich lebe nur einmal, aber das ewig’ hat mich sehr angesprochen. Oder: „Das Leben ist wie eine Wundertüte, nur sehen die Wunder Gottes oft anders aus, als ich sie mir vorstelle. Manchmal sind sie salzig von Tränen, und manchmal fließt das Freudenöl.“
An diesem Wochenende gab es reichlich Freudenöl! Es war für mich ein großes Geschenk, Gott in der herrlichen Umgebung in der Mitte Deutschlands und mit so vielen Frauen gemeinsam zu erleben!“

Überraschungsgast

Zum Abschluss, am Sonntagmorgen, gab es einen (geplanten) Überraschungsgast: Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Zeitschrift LYDIA war die Gründerin und Redaktionsleiterin der ersten christlichen Frauenzeitschrift in Deutschland, Elisabeth Mittelstädt, gekommen. „Es ist wie ein nach Hause Kommen,“ sagte sie im Interview, das ich mit ihr führte. „Ich habe ein paar Mal an den damals bestehenden Frauenfreizeiten des Bundes teilgenommen. Aber als es dann darum ging, die erste Ausgabe der Lydia vorzustellen, habe ich mir das verpatzt. Leider hatte ich das wunderbare Abendbüfett nicht vertragen, was sich jedoch erst in der Warteschlange zum Frühstücksbüfett zeigte, woraufhin ich abreisen musste...“ In ihrer Biografie „Größer als meine Träume“ (im März des Jahres bei Gerth Medien erschienen) geht Elisabeth noch auf Lydia-Leserinnen unbekannte, schmerzhafte Ereignisse in ihrer Lebensgeschichte ein. Die Frucht ihres 65-jährigen nicht einfachen Lebens sind neben der LYDIA – mit einer Auflage von 80.000 Auflage die größte christliche Zeitschrift Deutschlands – weitere 13 etablierte christliche Frauenzeitschriften in Europa sowie einige Bücher und Andachtskalender – von Frauen für Frauen.

Bewegender Abschluss

Bewegt waren die Teilnehmerinnen davon, dass Sandra Schlitter, die Mutter des ermordeten Mirco aus Grefrath, an der Tagung teilnahm, mit einer Ausstrahlung, die schon in der ARD-Sendung „Beckmann“ vor einem Monat beeindruckte. Sie war nicht zum ersten Mal Teilnehmerin einer Bundesfrauentagung. In der Zeit, als einige Frauen auf die Bühne kamen, um davon kurz zu berichten, was sie persönlich während der drei Tage erlebt hatten, stand auch Sandra vorn und bedankte sich für Anteilnahme und Gebete in den schweren Monaten.
Drei Kurzbeiträge von leitenden Frauen der Bundesfrauenarbeit zum Thema „Dienen – von ganzem Herzen“ (von Sabine Angerbauer und Sabine Jordan – Bundesleitungsteam sowie Heike Otparlik – regionales Leitungsteam Baden Württemberg) sollten die Frauen motivieren, Gott in ihrem Umfeld zur Verfügung zu stehen. Ein gemeinsames Abendmahl beschloss die gesegnete Bundesfrauentagung 2011.

Hannelore Illgen, Bundesfrauenleiterin



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